Das nie endende Streben nach der perfekten Karte

Mittwoch, 6. Juni 2012 | 20:03

Labels: ,

Das gesamte letzte Jahrzehnt haben wir viel Herzblut in die Entwicklung großartiger Karten investiert. In Karten, die buchstäblich die ganze Welt abbilden, die immer präziser werden und dabei einfach zu nutzen sind.

Vollständigkeit

Eine Suchmaschine, die nur eine kleine Anzahl an Quellen berücksichtigt, funktioniert zwangsläufig eingeschränkt. Selbiges gilt für Karten: Eine Karte ist wenig nützlich, wenn sie euch im Stich lässt, sobald ihr von der Autobahn abfahrt oder neue Länder bereist. Im Laufe der letzten Jahre haben wir eine umfassende Basiskarte der gesamten Welt erstellt - basierend auf öffentlichen und kommerziellen Daten, auf Bildmaterial jeder Perspektive (Satelliten-, Luft- und Bodenaufnahmen), sowie auf der kollektiven Expertise unserer Millionen Nutzer.

Heute gehen wir einen weiteren großen Schritt – mit unserem Street View Trekker. Ihr habt vielleicht schon unsere Autos, Trikes, Schneemobile und Trolleys gesehen. Und dennoch: Auf Rädern kommt man nicht überall hin. Da draußen gibt es eine riesige Wildnis, die nur zu Fuß zugänglich ist. Der Trekker löst dieses Problem. Er ermöglicht es uns, phantastische Orte wie den Grand Canyon aufzunehmen, damit jeder ihn erkunden kann. Die gesamte Ausrüstung passt in einen Rucksack. Auf einer Skipiste haben wir das schon einmal ausprobiert.

Luc Vincent auf Skiern

Luc Vincent, Leiter der technischen Entwicklung, beim Test des Street View Trekker in Tahoe

Genauigkeit

Ein weitere Herzensangelegenheit von Kartenmachern ist die Genauigkeit. Hier haben wir noch einiges vor uns, denn die Welt verändert sich kontinuierlich. Ständig entstehen neue Häuser, Städte und Parks. Mit dieser Aufgabe ist man demnach nie fertig. Aber durch das Abgleichen der uns vorliegenden Daten können wir die Genauigkeit unserer Karten weiter verbessern. Und das ist noch nicht alles: Auch unsere Nutzer sind, ebenso wie wir, sehr um die Qualität von Google Maps bemüht und ihr liefert uns wertvolle Informationen darüber, wo wir etwas optimieren können. Jeden Tag nehmen wir Tausende von Änderungen auf Grundlage von Nutzerinformationen auf. Die Rückmeldungen erhalten wir über die Funktion "Ein Problem melden" sowie mit Map Maker, das wir 2008 eingeführt haben. Heute geben wir bekannt, dass Map Maker nun auch in Südafrika und Ägypten verfügbar ist und in den nächsten Wochen in zehn weiteren Ländern: Australien, Österreich, Belgien, Dänemark, Finnland, Liechtenstein, Luxemburg, Neuseeland, Norwegen und in der Schweiz.

Bedienungsfreundlichkeit

Der letzte Aspekt einer perfekten Karte ist die Bedienungsfreundlichkeit. Ihr werdet euch kaum daran erinnern können, wie digitale Karten aussahen, ehe Google Maps 2005 startete. Es war ein enormer technologischer Durchbruch, als Nutzer nicht mehr nur auf Pfeile klicken konnten und warten mussten, sondern eine Karte einfach mit der Maus verschieben und den Bildausschnitt schnell und ruckelfrei ändern konnten. Darüber hinaus haben wir die Karten um ein einheitliches Suchfeld ergänzt. Heute greifen wir auf Tausende von Datenquellen zurück, die in unsere Karten einfließen und sie auf jedem Gerät in ein informatives und interaktives Erlebnis verwandeln: von Navigationsrouten über Innenraum-Karten, bis hin zu Restaurantbeurteilungen.

Nutzer wünschen sich zudem immer wieder, unsere Karten auch offline auf ihren Mobiltelefonen nutzen zu können. Daher freuen wir uns, heute bekanntzugeben, dass offline Google Maps für Android in den nächsten Wochen verfügbar sein wird. Nutzer werden offline Karten aus über 100 Ländern verwenden können. Das bedeutet, dass ihr unsere Karten demnächst auch dann nutzen könnt, wenn ihr in der U-Bahn sitzt oder gerade keinen Internetzugang habt.

Die nächste Dimension

Ein bedeutender nächster Schritt zur Optimierung all dieser Aspekte – Vollständigkeit, Genauigkeit und Bedienungsfreundlichkeit unserer Karten – ist die Fähigkeit, die Welt in 3D zu modellieren. Schon seit 2006 gibt es in Google Earth strukturierte 3D-Gebäude. Heute geben wir bekannt, dass wir damit beginnen werden, in Google Earth für Mobilgeräte ganze Metropolregionen um 3D-Modelle zu ergänzen. Möglich wird dies dank einer Kombination aus unseren neuen Bilddarstellungstechniken und Computer Vision. Diese ermöglicht uns, aus 45 Grad-Luftaufnahmen automatisch 3D-Darstellungen von Stadtansichten zu erstellen – komplett mit Gebäude-, Gelände- und sogar Landschaftsansichten. Unser Ziel ist es, gegen Ende des Jahres Metropolregionen mit einer Gesamtbevölkerung von 300 Millionen Menschen in 3D abzubilden.

Ich habe den größten Teil meines Lebens an Kartierungstechnologien gearbeitet. Wir haben als Branche enorme Fortschritte gemacht – schneller, als ich es jemals für möglich gehalten hätte. Und wir rechnen damit, den Innovationsprozess in den nächsten Jahren sogar noch zu beschleunigen. Die perfekte Karte werden wir womöglich niemals erstellen – aber wir werden diesem Ziel deutlich näher kommen, als wir es heute sind.